Besuch der Ausstellung Paula Rego „There and Back again“

in der Kestnergesellschaft Hannover

 

Am 25. November 2022 besuchte der Kunstverein Neustadt die oben genannten Ausstellung.

„ Kunst ist der einzige Ort, an dem man machen kann, was man will. Das ist Freiheit !“ (Paula Rego, 1935-2022)

In theatralischer Inszenierung zeigt die Kestnergesellschaft das herausragende, lange Zeit ignorierte Werk der britisch-portugiesischen Künstlerin Paula Rego. Auf der letzten Biennale zählte ihr Werk zu den Stars der Schau.

Gesellschaftliche Zwänge stehen im Zentrum von Regos Malerei. Auf grundsätzliche Weise geht es ihr um die Darstellung von Unterdrückung - mal in fragiler Pastellfarbe, mal als pastose Malerei; klassische Techniken wie Aquatinta und Radierung ziehen in brutale, surreal anmutende Welten der Erniedrigung. Verstörung allenthalben; Familie ist kein Schutzraum, sondern Gefängnis, Religion wird zu dessen Gitterstäben. Ein Pandämonium, das auch in den nachgebauten Atelierräumen, die z.T. nach Hannover transportiert wurden, zu erahnen ist.

Storytelling wird die erzählerische Haltung von Paula Rego in der Ausstellung genannt. Das klingt freundlich harmlos. Tatsächlich ist ihre Bilderwelt ein bitterernster Bericht, Ungeheuer gebärend.

Ute Richter