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Ursula Krämer

Kraemer Ursula„Dinge ausdrücken, die nicht gesehen werden wie man sie kennt, sondern wie sie sind, wenn man sie sieht, ohne sich zu erinnern, dass man sie schon einmal betrachtet hat.“
Dieser Satz von Gertrude Stein könnte eine erste Annäherung sein an die Arbeiten von Ursula Krämer. Eine erste Annäherung, denn die Sprache Krämers ist die Malerei und so können Worte ihre Werke stets nur umkreisen.
Gegen die Überfülle der Welt und die permanente visuelle Überfrachtung setzt Ursula Krämer Konzentration und Separation. Sie wählt einen Gegenstand, eine Form, ein Detail und nähert sich diesem an. Befreit vom hektischen Umraum geht es im malerischen Denk und Arbeitsprozess auf eine Entdeckungsreise. Durch das eigentliche Verengen des Blickes, durch das ganz-nah-Herantreten entsteht in ihren großformatigen Malereien eine Weite, eine Ruhe. Ein neuer Zustand, ein neues Sehen: Landschaftlichkeit, wie Ursula Krämer es nennt. Der besondere fokussierende Blick der Künstlerin lässt in ihren Arbeiten aus scheinbar vertrauten Dingen, die uns selbstverständlich umgeben, neue, fremdartige Wesen entstehen. Es sind Wesen, mit denen man in einen Dialog tritt, aber auch Wesen, die aus ihrer geheimnisvollen Welt auf uns zurückschauen, deren Blicken und deren Fragen man sich aussetzt. Diese Wesen drängen sich auf und entziehen sich gleichermaßen. Sie behaupten, Bekannte zu sein, lassen Verwandtschaften erahnen, wecken im Betrachter den Wunsch, sie zu verorten, und sind doch nicht greifbar.

Was ich nicht verstehe, kann ich nicht vergessen (Marie Curie)
Ursula Krämers Wesen haken sich fest.“

Mareike Pöhling

www.kraemer-ursula.de

Andreas Warlich

Warlich AndreasFotos sind ein Abbild der Welt? Eines Teils der Welt? Ein Ausschnitt, mehr oder weniger willkürlich gewählt, dem Auge des Fotografen folgend, der, wenn er die Technik beherrscht, seinen Eindruck der Welt, des Ausschnitts, des Moments im Bild darstellt. Das ist keine reale Welt. Eben sein Eindruck!

www.a-warlich.de

Milena Tsochkova

Tsochkova MilenaMich hat immer der Mensch fasziniert - der Mensch mit seinem inneren Antrieb und seiner äußeren Kraft. Aus der menschlichen Existenz und ihren Befindlichkeiten schöpfe ich meine Motive, und mit traditionellen Mitteln wie Farbe und Bleistift versuche ich, die inneren Strukturen des Menschen zu übersetzen. Ich bediene mich der menschlichen Figur, um mich mit Themen wie Affekt, Brutalität, Körper, Tod, Verlassenheit und Sexualität auseinanderzusetzen. Offene und verdeckte Formen von Gewalt und Abhängigkeit sowie persönliche und gesellschaftliche Ängste sind die  Ausgangspunkte für die Serie „Mordshunger“.

In vielen meiner Arbeiten beschäftige ich mich mit den Widersprüchen und Konflikten der menschlichen Existenz, wie z. B. Selbstbehauptung und Auflösung, Moral und Abgrund, Religiosität und Subjektivismus, Individuum und Gemeinschaft.

http://milena-tsochkova.com

Bernd Langer

Langer Bernd1986 wurde die Begegnung mit der Kykladeninsel Santorin, ihrem landschaftlich geologischen Erscheinungsbild - zu verdanken einem Vulkanausbruch vor ca.3500 Jahren - und ihrer Geschichte (Untergang der Minoischen Kultur) zum auslösenden Impuls für meine künstlerische Auseinandersetzung mit Thema und Motiv der Insel. Nach meinen drei thematisch-künstlerischen Phasen von 1961 bis 1985 (Informel, Landschaftsfigurationen und Tonnen u.Werkzeuge) folgten die Phasen Santorin-Saga und aus einer Inselwelt. Absicht war und ist, gestalterische Transformationen mit Mitteln der Malerei und Plastik für das Partikulare und Fragmentarische von Inseln zu erkunden und in unterschiedlichen Gestaltungsprozessen zu entwickeln. Über die Malweise, die ich dafür benutze, sagt M.Stoeber im Katalog „Panorama 58“ : “Obwohl sich Langer als Künstler auf vielen Feldern bewegt, gegenständlich und abstrakt, realistisch und surreal malt und gestaltet und dabei ganz unterschiedliche Materialien erkundet und ausprobiert, bleibt er in seinen Werken immer kenntlich.“ Auch die aktuelle und zukünftige Gefährdung von Inseln durch den Anstieg des Meeresspiegels als Folge des Klimawandels rückt als weiterer wichtiger Aspekt in den Focus meiner künstlerischen Auseinandersetzung. Mein Ziel ist es, in Malerei und Plastik für all das eine sinnbildhafte, emblematische Form zu finden, wobei kartografische, folkloristische oder touristische Darstellungsweisen ausgeschlossen werden. Als Weiterführung des Inselthemas erscheint mir das „Prinzip Insel“ - von der Zelle des Lebens über das menschliche Individuum bis zur im All schwebenden Erde – als eine spannende Herausforderung für weitere gestalterische Erkundungen. Meine Inselerfahrung sehe ich am besten im folgenden Satz von J.W. von Goethe, aus der ‚Italienischen Reise‘ (1787) reflektiert: “Hat man sich nicht ringsum vom Meere umgeben gesehen, so hat man keinen Begriff von Welt und von seinem Verhältnis zur Welt.“ Ein weiteres Credo meiner künstlerischen Arbeit bringt der Satz von Theodor W. Adorno in seiner ‚Ästhetischen Theorie‘ (!970) zum Ausdruck:“ Kunst ist tatsächlich die Welt noch einmal, dieser so gleich wie ungleich.

“ Bernd M. Langer 10/2020

Homepage: langer.ku-he.de

Karin Hess

Fotografiert von Erika Ehlering: Hess KarinÜber meine Malerei: Mein Antrieb zum Malen ist die Lust am Umgang und Gestalten mit Farbe. Ich verwende sie schwelgerisch für eine prägnante und bisweilen überhöhende Wirkung des Bildthemas.

Dabei bestimmt im Wesentlichen die Pastellmalerei meine bildnerische Arbeit, hier faszinieren mich Einfachheit und Frische der Farben. Neben reinen Pastellbildern male ich – immer auf Pastellgrund – in anderen Techniken wie Tempera oder flüssigen Farben weiter.

So entstehen vielschichtige Strukturbilder. Ich male mit dem gesamten Farbspektrum, jedoch ohne Schwarz und Weiß... Als Malgrund bevorzuge ich leicht getöntes, festes handgeschöpftes Papier oder Bütten.

Inhaltlich prägt mich die vitale Natur, der Rhythmus, Hell/ Dunkelnuancen, die sich ständig wandelnde Farbigkeit, der unendliche Reichtum an Formen und Strukturen. Tragend für das Bildthema ist immer die Farbe.

K.H. Dezember 2020 www.karin-hess.de

  1. Gerrit Hodemacher

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