In drei aufeinander folgenden Ausstellungen 2025 und 2026 stellt der Kunstverein Neustadt am Rbge. e.V. daher den Menschen des 21. Jahrhunderts bewusst in den Mittelpunkt der künstlerischen Arbeiten und lädt zu einer Auseinandersetzung ein.

Ausstellungsort: Schloss Landestrost Neustadt

Vernissage: SO 26.07.2026
Einführung: Dr. Carmen Putschky

Zeitraum: 26.07. - 30.08.2026

In den Ausstellungen MENSCH I betrachteten drei Künstler den Menschen in seiner inneren und äußeren Befindlichkeit; in MENSCH II zeigten zwei Künstler den Menschen bei der Nutzung des urbanen Raumes und im Verbrauch von endlichen
Ressourcen. In MENSCH III – (Heimat): Wo ich bin konzentrieren sich ein Künstlerin und zwei Künstler auf jene unsichtbaren Fäden, die den Menschen mit Orten, Menschen und Momenten verbinden – oft ohne das es ihm bewusst wird.

Damit wendet sich der Kunstverein Neustadt am Rbge. e.V. im dritten und abschließenden Teil der Trilogie komplexesten Dimension menschlicher Existenz zu, dem Gefühl von Heimat und Zugehörigkeit. In einer Zeit, in der „Heimat“ politisch instrumentalisiert und gesellschaftlich kontrovers diskutiert wird, wollen wir mit der Ausstellung MENSCH III den Begriff aus seiner ideologischen Vereinnahmung befreien und seine persönliche, emotionale Dimension sichtbar machen. Heimat ist nicht statisch, sondern dynamisch. Sie ist nicht rückwärts gewandt, sondern kann auch Zukunft sein. Jeder Mensch hat das Recht auf Heimat und die Freiheit, sie sich selbst zu definieren.

Der Kunstverein zeigt in den künstlerischen Werken, den Menschen als Wesen, das Bindung sucht, Erinnerung bewahrt und immer wieder neu die Frage stellt: Wo gehöre ich hin? Wo bin ich zu Hause? Wo bin ich ganz ich selbst?

Darüber hinaus ist es ein Anliegen auch im ländlichen Raum den gesellschaftlichen und kulturellen Wandel sichtbar zu machen und Menschen verschiedener Generationen und mit unterschiedlichen Wurzeln im Rahmen des Begleitprogramms einzubinden.

Die Künstler*innen und ihre Perspektiven

Heimat ist kein geografischer Ort allein. Sie manifestiert sich in der Tasse Kaffee am Sonntagmorgen, im Geruch von frisch gebackenem Brot, in der Sprache der Kindheit, in vertrauten Gesichtern und in Ritualen, die Generationen überdauern.
Heimat ist das Gefühl von angekommen sein, sei es in einem physischen Raum, in einer Gemeinschaft oder in sich selbst. In Zeiten globaler Migration, kultureller Verschiebungen und gesellschaftlicher Fragmentierung wird die Frage „Was ist Heimat“ zunehmend drängender. Viele Menschen tragen Mehrere in sich, andere suchen noch nach der Einen. Manche verloren sie, wieder Andere erschaffen sie sich neu.

Meike Zopf – Erinnerungsräume
Meike Zopf, die in der Eisfabrik Hannover ihr Atelier hat, arbeitet mit menschlichen Figuren in Räumen der Erinnerung. Ihre Werke zeigen Menschen in Momenten der Kontemplation, umgeben von Objekten und Atmosphären, die persönliche Geschichten erzählen. Ihre Arbeiten laden ein, innezuhalten und die eigenen Heimatgefühle zu reflektieren.

Christian Stork – Fragmentierte Identitäten
Christian Stork aus Hiddenhausen arbeitet mit Collagen menschlicher Darstellung und schafft damit ein vielschichtiges Bild von Identität und Zugehörigkeit. Seine Collagen zeigen, dass Heimat kein homogenes Konzept ist, sondern aus vielen Schichten besteht – ähnlich wie die Papiere und Materialien aus denen seine Arbeiten entstehen.


Eric Pina – Zwischenräumen eine Stimme geben
Eric Pina im Senegal geboren ist ein international arbeitender Künstler, der seit 18 Jahren in Hannover lebt. Sein vielseitiges Werk umfasst Zeichnung, Malerei, Druckgrafik, Skulptur und Film und untersucht vornehmlich das menschliche Miteinander: Flüchtige Begegnungen, alltägliche Gesten sowie Mikromomente stehen im Mittelpunkt seiner Arbeiten. Mit Eric Pinas Werken erweitert sich die Ausstellung um die Dimension von Migration und den sich daraus ergebenden kulturellen Zwischenräumen.

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