Kunstverein Neustadt auf der 58. Biennale in Venedig

 

„Mögest Du in interessanten Zeiten leben“ -so lautet das Motto der berühmtesten Kunstausstellung der Welt: Kunst soll die Augen öffnen für andere als bereits gedachte Perspektiven und die Sicht auf die Welt verändern.

20 Mitglieder stellten sich auf ihrer viertägigen Reise diesem sinnlichen Angebot. Eine Kunsthistorikerin führte zu den wichtigsten (von 87) Pavillons u.a. Amerika, Japan, Belgien, Brasilien, Ghana und natürlich Deutschland. Dort hat die Künstlerin Natascha Süder Happelmann eine raumfüllende Stauwerksmauer -augenscheinlich aus Beton-errichtet; wendet man sich deren Rückseite zu, bemerkt man die fragile Konstruktion, die in Widerspruch zur massigen Erscheinung der Vorderseite steht. Der Titel des Werkes „Ankersentrum“ verweist damit auf die Vergeblichkeit einer Abschottung in einer sich wandelnden Welt. 

Stadtspaziergänge erschlossen einen kleinen Teil der nahezu unendlichen Fülle kultureller Schätze der liebevoll Serenissima genannten Stadt. Zum Beispiel die Basilika San Marco. Die erfahrene Reisebegleiterin leitete die Kunstfreunde an der riesigen Warteschlange vorbei über die Museumsräume in die Basilika hinein. Allein die Mosaiken! 8000 qm Fläche bedecken sie. Großenteils im 12. und 13. Jahrhundert entstanden, wurden sie später teilweise von Tiepolo, Tizian und Tintoretto ersetzt.

Die Neustädter drangen bei gemeinsamen fröhlichen Essen darauf, dass der Kunstverein diese Art Kunstreisen in sein künftiges Programm aufnehmen solle. Birgit Hammerich, Beirätin im Kunstverein, versicherte in ihrer launigen Dankesrede: „Wir haben verstanden. Im nächsten Jahr fahren wir zur Bauhausausstellung nach Dessau“.