Christa Shelbaia

 

Über meine Malerei zu sprechen, empfinde ich immer als ein etwas seltsames und gegenläufiges Verhalten. Schließlich ist der Umgang mit Farbe und Bildträger ein selbstständiges und ausdrucksstarkes Medium. Außerdem ist es ein Zeichen der Kunst, dass nicht alles erklärbar und deutbar ist. Deshalb werde ich meine Malweise und den Weg der Herstellung meiner Bilder beschreiben. Danach möchte ich Anmerkungen aus der Presse und Vernissagereden zitieren.

 

Wo geht es für mich lang bei der Arbeit an meinen Gemälden? Eine leere Leinwand ist immer die Hoffnung auf das ultimative Werk. Das alte Lied und schöner Traum! Nicht zu verwirklichen und doch fruchtbarer Antrieb für das nachfolgende Bild. Eigentlich habe ich keinen festen Plan und es gibt auch keine Skizze zur Vorbereitung. Es gibt nur eine dubiose Vorstellung in meinem Kopf, mehr ein Gefühl für eine Ausgangsfigur, um die sich das rankt, was aus der Farbe gerührt und verstärkt wird, vernebelt oder auch ganz wieder verschwindet. So entstehen meine Geschichten, die niemals Illustration sind, sondern Erfindung und nicht zuletzt erzähle ich sie mir selbst und will nicht gelangweilt werden.

Fast ausschließlich male ich mit Ölfarben auf Leinwand. Diese Farbe hält mein Suchen während des Malprozesses aus, um mir selbst Vorschläge zu machen und sie aber auch wieder zu zerstören. Ich möchte keine Dekoration, sondern Erzählungen, figurativ, mit seltsamen Protagonisten und gemalt in Freiheit und mit Intuition. Jedes Mal verheißt der Beginn ein großes Abenteuer und ist Furcht und Neugier zugleich.

Wunderbar! Malerei! Ich liebe diese Arbeit! 2015 Haz/Hildesheim Ausstellung Hex Hex Derneburg Ihre Bilder sind sinnlich, rätselhaft und doppeldeutig. Wie in einem Traum, in dem sich Fantasie und Wirklichkeit undurchdringlich vermischen. .......alles ist verkehrt. Es gibt ein Rumpellieschen und ein Dornhänschen. Ein verwunschener Prinz schließt die Augen und wartet auf den Kuss der wahren Liebe. Die Künstlerin malt (......) in altmeisterlicher Manier mit lockerem Pinselstrich und detailgenauer Beobachtung. Die Gesichter sind fein modelliert, der Faltenwurf der Kleider fließend und die Farben harmonisch weich. Oft durchzieht eine zweite Schicht aus Punkten und Flecken die Bilder wie ein Schneegewitter.

Ausstellung 2018 Kunstverein Wunstorf Allerlei und Rau Vernissagerede von Dr. Rainer Grimm Mit der Wahl des Titels "Allerlei und Rau " wird noch eine andere Seite der Künstlerin sichtbar. Sie liebt das Spiel mit Worten und Zusammenstellungen, sie hat viel Witz und genau das zeigt sich auch in vielen ihrer Bilder. Sie beginnt die Arbeit an ihren Bildern oft so, dass sie Farbe fleckhaft aufträgt. Ein Farbfleck (....) ruft automatisch einen anderen hervor. Dann folgt der dritte und so geht es immer weiter, bis wie von allein eine Gegenständlichkeit erscheint. (.........)

Es ist eine alte Methode, die die Künstlerin verwendet. Das Entscheidende bei ihr ist nun aber natürlich ihre frappierende Technik, mit der sie das, was normale Betrachter gerade so ahnen können, für jede und jeden sichtbar macht. Immer verweist sie darauf, dass alles gemalt ist. Besonders wird das deutlich bei scheinbar abstrakt gemalten Bildern. Letztlich ist alles abstrakt und gleichzeitig gegenständlich. (......) sie verweist einerseits in den Bildern, die gegenständliche Motive zeigen, auf etwas, was außerhalb der Malerei existiert, anderseits thematisiert sie die Malerei an sich.

www.christa-shelbaia.de