»Flussgeschichten« 

 

Jasper Bastian | Giulio Di Sturco | Martin Friedrich |

Mikolaj Nowacki | Tamina-Florentine Zuch


Eröffnung am 31. August um 19 Uhr
Ausstellung vom 01. September - 09. Oktober 2022

 

Geschichten über Flüsse haben schon immer einen großen Reiz auf FotografInnen ausgeübt. Ihrem Lauf zu folgen, das verheißt Begegnungen und immer wieder neue Bilder. Je länger der Fluss, desto abwechslungsreicher in der Regel die ihn umsäumenden Landschaften. 
 

Flüsse waren während der gesamten Menschheitsgeschichte immer Lebensadern, unabhängig davon, wie breit und lang sie sind. Und wie Albert Schweitzer schon richtig sagte: Auch die großen Flüsse brauchen die kleinen Wasser. 
 
Flüsse boten den frühen Siedlern frisches Wasser, Nahrung, einen Transportweg und oft auch Schutz, denn von der Flussseite waren sie nicht leicht anzugreifen. Heute sind große Flüsse wie die Oder, die Wolga oder der Ganges vor allem wichtige Transportwege ökonomischer und imperialer Macht und sie schaffen Verbindungen. Aber egal, an welchem Fluss man steht, Leine oder Elbe, sie befördern immer auch unser Fernweh, bergen Mythen, erzählen Geschichten und versprechen Abenteuer. 
 
Weil die Flüsse dieser Welt so verschieden sind, zeigen wir in dieser Ausstellung die Arbeiten von 4 Fotografen und einer Fotografin. Sie stammen aus Italien, Polen und Deutschland. Ihre Flussgeschichten sind so unterschiedlich fotografiert, wie es die 5 Flüsse sind, ihre Hauptdarsteller. 
 

Nur 295 Kilometer lang ist die Isar und sie ist in ihrem ganzen Lauf nicht schiffbar. Der Fotograf Martin Friedrich hat sie über mehrere Jahre hinweg zu jeder Jahreszeit mit einer Großbildkamera und analog fotografiert. Ohne dabei Menschen abzubilden, hat er sich ganz auf ihre Physiognomie beschränkt. Der Mensch tritt in seiner Serie nur als Schöpfer urbaner Spuren in Erscheinung.

 

10 Jahre lang hat der italienische Fotograf Giulio Di Sturco den Ganges für sein Projekt »Ganga Ma« auf einer Länge von 2.500 Kilometer in größtenteils quadratischen Bildern fotografiert.  Der Fluss bildet die Lebensgrundlage für 400 Millionen Menschen, die an seinen Ufern leben. Die Vergiftung des Flusses und der gesunkene Wasserstand bedrohen ihren Lebensraum. Basierend auf den Traditionen der Dokumentarfotografie bemüht er sich in seiner Bildsprache, die durch eine ganz eigene Farbigkeit der Ganges-Bilder dominiert wird, um eine Mischung von Realität und Fiktion.
 
Die Fotografin Tamina-Florentine Zuch hat für den stern mit der Reporterin Bettina Sengling fast die gesamte Wolga bereist, mit 3.500 Kilometern der längste Fluss Europas. Dabei hat sie von Kamelzüchtern über Fischern bis zu der Zukunftsstadt Innopolis das enorm unterschiedliche Leben am Strom fotografiert und versucht, seinen Mythos zu ergründen.
 
In einer spannenden Mischung aus Landschaften, Porträts und szenischen Bildern hat der deutsch-amerikanische Fotograf Jasper Bastian in seiner Arbeit »Across the River« den wahrscheinlich bedeutendsten Teil des Flusses Ibar fotografiert, wo er die nord-kosovoische Stadt Mitrovica seit 22 Jahren nicht nur geografisch teilt, sondern sie auch in einen serbischsprachigen und einen albanischsprachigen Teil spaltet. Seitdem ist der Fluss für viele Albaner als auch Serben aus Angst voreinander zu einer unsichtbaren Grenze geworden.

Mit enorm impressiven Sichtweisen, die dem Fluss eine ganz besondere Ästhetik verleihen, hat der polnische Fotograf Mikolaj Nowackis Polens größten Fluss, die Oder, fotografiert. Sie ist der Fluss seiner Kindheit und Jugend in Breslau und an ihren Ufern hat er viel Zeit verbracht und seiner Fernweh Nahrung gegeben. Ab der Neißemündung ist die Oder bis nördlich von Schwedt Grenzfluss zwischen Deutschland und Polen.

 

Bild: Oder, Mikolaj Nowacki 

Bild: Isar, Martin Friedrich

Bild: Wolga, Tamina Florentine Zuch

Bild: Ganga Ma, Giulio Di Sturco

Bild: Wolga, Tamina Florentine Zuch

Foto: Giulio Di Sturco

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